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Benoni-Vert., moderne A77
1.d4 Sf6 2.c4
c5 3.d5
[3.Sf3 mit diesem Zug kann Weiss in ruhigere
Positionen der "Englischen Partie" einlenken. Spieler, die neben 1.d4 auch 1. c4 spielen, fuehlen sich
mit diesem Aufbau besser.]
3...e6 4.Sc3
exd5 5.cxd5 d6 aufgrund
des freieren Figurenspiels fuer Schwarz wurde das moderne Benoni (auch "Tschechische-Verteidigung" und
Hromadka-System genannt) gegenueber der klassischen Variante viel populaerer. Die geringere Einengung
bezahlt Schwarz jedoch mit einem rueckstandigen Bauern auf d6. Schwarz wird b7-b5 anstreben und Weiss
plant seine Bauernmehrheit im Zentrum durch den Vorstoss e2-e4-e5 zur Geltung zu bringen. Die wichtigsten
moderner Strategien fuer Weiss sind I. 6.e4
[6.Sf3 g6 7.g3
Lg7 8.Lg2
(14.a5 Sc8 15.Sc4 ist
da schon besser)
14...Sxa4 ein Opfer, das keines ist,
nennt man auch Scheinopfer. 15.Sxa4 b5
16.Sc3 b4 17.Sc4
bxc3 gewinnt die Figur zurueck 18.Sxd6
Lg4! und Schwarz hat Vorteil]
[6.Sf3 g6 7.Sd2
Lg7 8.Sc4 konsequent
und schnell ist der Springer auf seinem d6- Belagerungsfeld angekommen. Dieser von Nimzowitsch eingefuehrte
Aufbau vernachlaessigt allerdings die Entwicklung, was fuer energisch auftretende Benoni-Spieler eine
Einladung ist.
(16.Sxc8 Txb5 fuehren
zum Verlust einer Figur weil der Sc8 nicht zu retten ist.)
16...La6! 17.Lxa8
(17.Dd2 haette etwas bessere Verteidigungschancen
geboten, auch wenn der Koenig auch dann in der Mitte Gefahren ausgesetzt ist.)
17...Txb2 18.Da4
Df6! 19.Tc1 die
Notbremse, es drohte bereits Dc3+ nebst matt Lxd6
20.f4
(20.Lxd6 Dxf2+)
20...Df5 21.e4
Te2+ 22.Kd1 Dh5 Weiss
gab auf - Matt oder Damenverlust sind nach Abzugschachs des Te2 nicht mehr zu verhindern. Donner - Planinc,
Hochofenturnier 1973. Albin Planinc, jugoslawischer GM, der fuer seine kompromisslose, scharfe aber
manchmal auch zu agressive Spielweise bekannt ist, zeigte hier anschaulich wie man die "Moderne Benoni-Verteidigung"
behandeln muss, wenn der Gegner zu weit aus dem Tor gelaufen kommt.]
[6.Sf3 g6 7.Lf4
a6 8.a4 Lg7
9.e4 eine Altenative zu den tiefer analysierten
Hauptvarianten. Schwarz muss sehr genau spielen, um gegenzuhalten.
(9...Sh5 kommt in Frage)
10.Le2 Sh5
11.Le3 f5
12.exf5 gxf5
13.Lg5 Sf6]
[6.Sf3 g6 7.Lg5
Lg7 8.e3 h6
9.Lh4 g5 10.Lg3
Sh5 11.Ld3
Sxg3 12.hxg3
De7 13.Dc2
Sd7 14.Kf1
Kf8 15.Te1
a6 16.a4 Tb8
17.Te2 h5]
6...g6 7.Sf3
[7.f4 die schaerfste Variante Lg7
8.e5!? sehr forciert,
(8.Lb5+ Sfd7! ist
jetzt richtig, will man den Vorstoss e5 verhindern. 9.Ld3
(8.Sf3
8...Sfd7! 9.Sb5
dxe5 10.Sd6+
Ke7 11.Sxc8+
(11.Sb5 Te8?
12.d6+ nebst Sc7!)
11...Dxc8 12.Sf3
Te8 13.Lc4
Sb6]
[7.Ld3 Lg7
8.Sge2
(9...b6 10.Lg5
h6 11.Lf4
La6 12.a4
Te8 13.h3
De7 14.Sg3
c4 sollte etwa gleiche Chancen bieten.
z.B. 15.Le2 Sbd7
16.b4! Tac8)
10.a4 Sbd7
11.Sg3 Dc7]
7...Lg7 8.Le2 z.B.
[8.Lg5 ein Aufbau der durch eine zusaetzlich
Fesselung das schwarze Figurenspiel laehmen soll. h6
9.Lh4
8...
[10...Sa6 ist moeglich z.B. Najdorf-Fischer
Olympiade 1966 11.f3 Sc7
12.a4 b6 13.Kh1
Sd7 14.Sc4 da
ist er wieder Se5 15.Se3
f5 16.f4 Sf7
17.exf5 gxf5
18.Ld3 ~]
11.Dc2 Se5
12.b3 g5?! moechte
den Springer auf e5 festigen 13.Lb2 g4!
14.Tfe1 Sh5
15.Sd1
[15.g3 Tf8 nebst
f5]
15...Sf4 16.Lb5
Tf8 17.Se3
Dg5 Schwarz konnte hier nur mit energischen
Zuegen Gegenspiel und Kompensation fuer den weissen Raumvorteil erreichen. Verhaltene Positionsspieler
werden an die Wand gedrueckt. Fuer die Wahl einer Eroeffnung spielt deshalb auch oft der "Charakter"
eines Spielers eine Rolle.