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Damengambit, klassisches D30

1.d4 d5 2.c4 e6 Die Methoden der Verteidigung fuer Schwarz im angenommenen Damengambit wurden zwar verbessert, trotzdem teilen viele Spieler die Auffassung von Tarrasch: "Da der Gambitbauer nicht zu verteidigen ist, hat es keinen Zweck, das Gambit anzunehmen, denn damit gibt Schwarz nur das Zentrum auf und verliert ein Tempo." 3.Sc3 Sf6
[3...c5 Siegbert Tarrasch, dem wir auch ein Zitat auf unserer Homepage zu verdanken haben, ging bei der Verfechtung seiner Tarrasch-Verteidigung soweit, sogar in Partiekommentaren 3. Sf6 mit einem Fragezeichen zu versehen. Weltmeister Petrosjan konnte die Verteidigung mit 3.c5 jedenfalls nicht als unzulaenglich beweisen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Emanuel Lasker auch einen Tarrasch spaeter aufgrund besserer taktischer Schlagkraft und Stellungsbeurteilung schlug. 4.e3
(4.Sf3 cxd4 5.Sxd4 e5 nach Orla Herman Krause 6.Sdb5 d4 7.Sd5 Sa6 8.e4 Sf6 9.Da4 Ld7 10.Lg5 und Weiss steht etwas besser.)
(4.cxd5 exd5 5.e4!? ein Zug von Marshall (5.Sf3 Sc6 6.g3 Karl Schlechters Aufbau galt, nach der Erprobung durch Rubinstein, lange Zeit fast als Widerlegung der Tarrasch-Verteidigung. Sf6 7.Lg2 Le7 8.O-O O-O 9.Lg5 am besten z.B. (9.dxc5 d4 10.Sa4 Lf5 und Schwarz bekommt unnoetig ein kraeftiges Figurenspiel.) 9...cxd4 (9...c4 dieser Stellungsaufbau kann auch aus der "Englischen Partie" entstehen. 10.Se5 Le6 11.e3 (11.f4 Sg4 (11...Db6? 12.f5 Sxd4 (12...Sxe5 13.Sa4!!) 13.Le3!!) 12.Lxe7 Sxe7 und Weiss steht etwas besser.) 11...Sd7 12.Lxe7 Sxe7 13.b3!? Sxe5 14.dxe5 Da5 15.De1 (15.Se2 nebst Sd4 ist als Blockade besser) 15...Tfd8 16.bxc4? dxc4 17.f4 Td3 18.Se4 Da3 19.Sg5 (19.Sd6 Sf5) 19...Txe3 20.Db1 Lf5 es drohte Dxh7 21.Dxb7 Tf8 22.Tae1? (22.Se4 Txe4 23.Lxe4 De3+ 24.Tf2 Lxe4 25.Dxe7 c3) 22...Txe1 23.Txe1 c3 24.Df3 Tc8 25.g4 Dc5+ 26.Kh1 c2 27.Tc1 Lxg4 28.Db3 (28.Dxg4 De3!!) 28...Dc4 29.Se4 De2 30.Sc3 Txc3 Weiss gibt auf. 31.Dxc3 Dd1+ 32.De1 Dxe1+ 33.Txe1 Ld1 aus der Partie: Polugajewski - Dr. Hartmut Pfleger, Montilla1975(Zugumstellung der ersten Zuege - Englische Partie)) 10.Sxd4 h6 11.Le3 Te8 12.Dd3 Sa5 ~) 5...dxe4 6.d5 ~ und dieser Bauer soll das schwarze Spiel einengen.)
4...Sc6 5.Sf3 Sf6 nach Tarrasch fuer Weiss das Sicherste.]
4.Lg5
[4.Lf4 Le7 5.Sf3 c6 6.e3 Sbd7 Die Stellung entstand in Zugumstellung einer Partie Tarrasch-Scheve, 1894. 7.h3 Se4? ist jetzt, wo kein Laeufer auf g5 haengt, der entscheidene Fehler 8.Sxe4 dxe4 9.Sd2 Lb4 10.a3 Lxd2+ 11.Dxd2 O-O 12.Dc2 f5 13.Ld6 Te8 14.O-O-O Sf6 15.Le5 Ld7 16.f3 exf3 17.gxf3 b5 18.Tg1 Tf8 19.Td2! Tf7 20.Tdg2 a5 21.Df2 Se8 22.Tg5 De7 23.Dh4 Sf6 24.Dh6 Ta7 25.Ld6! Dxd6 26.Txg7+ Kf8 27.Txh7+ Ke7 28.Txf7+ Kxf7 29.Tg7+ Ke8 30.Dxf6 und Schwarz gibt auf. Df8 31.Dg6+ nebst Tg8 und Damengewinn]
[4.e3 Breyer hatte die Idee seine Laeufer hinter den Bauernketten zu halten, da ein Abtausch der verteidigenden Partei zu Gute kommt. c6 5.Ld3 Ld6
(5...Le7 6.f4 O-O 7.Sf3 c5 ~ ist besser)
6.f4 O-O 7.Sf3 dxc4 8.Lb1 diese Stellung mit dem Bauernopfer entstand (Zugumstellung zu Beginn der Partie) in der Partie Breyer-Esser, Wettkampf 1917. b5 9.e4 Le7? 10.Sg5 h6 11.h4! g6 erzwungen, da bereits
(11...Sbd7 12.e5 Sd5 13.Sxd5 nebst Dc2 drohte.)
12.e5 hxg5 13.hxg5 Sd5 sollte es jetzt nach dem Figurenopfer nicht mehr weitergehen? Breyers phantastischer 14. Zug wird erst unglaubliche 10 Zuege spaeter verstaendlich. 14.Kf1!! Sxc3 15.bxc3 Lb7 16.Df3 Kg7 17.Th7+! Kxh7 18.Dh5+ Kg7 19.Dh6+ Kg8 20.Lxg6 fxg6 21.Dxg6+ Kh8 22.Dh6+ Kg8 23.g6 wenn jetzt der Koenig noch auf e1 stehen wuerde, gewinnt Schwarz mit Lh4+ nebst De7. Tf7 24.gxf7+ Kxf7 25.Dh5+ Kg7 26.f5 exf5 27.Lh6+ hier gibt Schwarz auf, da nach Kh7 28.Lf4+ Kg7 29.Dh6+ Kf7 30.e6+ Kg8 31.Dg6+ Kh8 32.Ke2 Dg8
(32...Lf8 33.Th1+ Lh6 34.Txh6#)
33.Th1+ der Turm (Dame) auf h7 mattsetzt.]
4...Le7
[4...Sbd7 die Cambridge-Springs-Verteidigung, auch als Pillsbury-Angriff bekannt. 5.e3
(5.Tc1 geht dieser Variante vorzeitig aus dem Weg.)
5...c6 6.Sf3 Da5 dies ist die Ausgangsstellung der C.-S.-V., mit der Schwarz Gegenspiel am Damenfluegel plant. 7.Sd2 entfesselt den Sc3 (nach Rotlevis)z.B.
(7.cxd5 mit der Idee in die Abtauschvariante zu kommen, in der die Dame auf a5 etwas abseits steht. Sxd5 8.Dd2 S7b6 9.Tc1 (9.Ld3) 9...Sxc3 10.bxc3 Sd5 11.Lc4 Sxc3 12.O-O! b5 13.d5?! nach Rozenberg steht Weiss besser (Fritz bewertet die schwarze Stellung besser und fordert bxc4 ))
(7.Lxf6 nach Capablanca Sxf6 8.Ld3 Lb4 9.Dc2 c5 10.O-O dxc4 11.Lxc4 cxd4 12.exd4 ~ z.B. O-O 13.Se4 Le7 14.Tac1 Ld7 15.Se5 Lb5 16.Lxb5 Dxb5 17.Sc3 Db6 18.Tfd1)
7...Lb4 8.Dc2 O-O 9.Le2 e5! etwa = 10.Lxf6 Sxf6 11.dxe5 Se4 kann noch angegeben werden]
5.e3 O-O Die orthodoxe Verteidigung im kl. Damengambit. Dieser Aufbau gilt als sicherste Verteidigung und wurde in erster Linie durch Partien von Zukertort und Pillsbury populaer. 6.Sf3
[6.cxd5 exd5 7.Ld3 c6 8.Dc2 Sbd7 die Abtauschvariante kann auch schon frueher durch Zugumstellung entstehen, wenn Weiss bereits im 4. Zug c4xd5 spielt. Diese Variante wurde von Euwe empfohlen. Die Plaene gehen hier meist in andere Richtungen als in den klassischen Varianten. Plan A: der Minoritaetsangriff als positionelle Strategie 9.Sf3 Te8 10.O-O
(10.O-O-O Plan B: ein zweischneidiger Koenigsangriff mit grosser Rochade. Sf8 11.h3 Se4 12.Lxe4 Lxg5 13.Ld3 Le7 14.Kb1 Le6 15.Se2 mit dem Plan Sf4 und Vorruecken der Bauern gegen die schwarze Stellung Tc8 mit dem Plan auf der c-Linie einen Gegenangriff zu starten.)
10...h6
(10...Sf8 11.Tab1 a5 12.a3 Se4 13.Lxe7 Dxe7 14.b4 Lf5 nach Unzicker eine gute Verteidigung, in der die zentralisierten Figuren von Schwarz den Raumvorteil von Weiss am Damenfluegel aufwiegen.)
11.Lf4 Sf8 12.h3 Ld6 13.Lxd6 Dxd6 14.Tab1 Ld7 15.b4 De7?
(15...Tac8 ist besser)
16.b5 und Weiss erreichte durch die letzten 3 Zuege zunehmend Raumvorteil, da Schwarz nicht verhindern kann, dass seine Bauern am Damenfluegel zersplittert werden.]
[6.Tc1 Der Anziehende behaelt sich sein weiteres Vorgehen noch vor Sbd7
(6...h6 7.Lh4 (7.Lxf6 Abtausch um keine Zeit zu verlieren Lxf6 8.Sf3 c6 9.Ld3 Sd7 10.cxd5 cxd5 (10...exd5 11.e4) 11.e4 schwarzes Laeuferpaar gegen weissen Raumvorteil.) 7...Se4 nach Lasker (7...b6 mit dem Plan c5 und Lb7) 8.Lxe7 Dxe7 9.cxd5 Sxc3 10.Txc3 exd5 11.Ld3 c6 (11...Sc6!? ~) 12.Se2 (12.Sf3 ~) 12...Sd7 13.O-O Sf6 ~)
7.Sf3 c6 8.Ld3 dxc4 9.Lxc4 Sd5 das Capablancasche Befreiungssystem. Nach Abtausch schafft Schwarz Entlastung und setzt den Vorstoss e5 durch. 10.Lxe7 Dxe7 11.O-O Sxc3 12.Txc3 e5 13.dxe5
(13.Db1 mit dem plan b4 ist moeglich)
13...Sxe5 14.Sxe5 Dxe5 15.f4 z.B. De4 16.Lb3 Lf5 17.Dh5!? ~]
6...Sbd7 7.Dc2 h6 die Rubinstein-Variante ist wohl am besten, da nach
[7...c6 8.O-O-O Schwarz nur muehsam ein Gegenspiel aufbauen kann]
8.Lh4
[8.h4 ist jetzt auch interessant. z.B. c6 haelt der Belagerung eher stand.
(8...hxg5? laesst die Zugbruecke todesmutig herunter. 9.hxg5 mit der Drohung auf h7 mattzusetzen dxc4 10.Lxc4 eine Figur, die sich (wegen matt) nicht in Sicherheit bringen kann, muss nicht gleich geschlagen werden. Lb4 11.gxf6 Sxf6 12.Sg5 c5 13.O-O-O z.B. (13.Sh7 Te8 alles andere fuehrt sofort in die Katastrophe. 14.Sxf6+ Dxf6 15.Dh7+ Kf8 16.Td1 Ld7 17.a3 La5 18.Th5 und Weiss steht besser) 13...Lxc3 14.bxc3 De7 15.Th7 z.B. g6 16.Dxg6+!! fxg6 17.Txe7 Sd5 18.Th7 cxd4 19.Tdh1 dxe3 20.Th8+ Kg7 21.T1h7+ Kf6 22.Txf8+ Kxg5 23.Lxd5 exd5 24.fxe3 b6 25.Thh8 und Schwarz duerfte endgueltig die Lust verlieren.)
9.Lf4 b6 10.Tc1 Lb7 11.Le2 Tc8 12.Td1 a6 13.Se5 Sxe5 14.Lxe5 Sd7 15.Lg3 b5 ~z.B. 16.c5 b4 17.Sa4 Da5]
8...c5 9.O-O-O Da5 10.Kb1 dxc4 11.Lxc4 Sb6! 12.Ld3 cxd4 13.exd4 Sfd5