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Damengambit, klassisches D30
1.d4 d5 2.c4
e6 Die Methoden der Verteidigung fuer Schwarz
im angenommenen Damengambit wurden zwar verbessert, trotzdem teilen viele Spieler die Auffassung von
Tarrasch: "Da der Gambitbauer nicht zu verteidigen ist, hat es keinen Zweck, das Gambit anzunehmen, denn
damit gibt Schwarz nur das Zentrum auf und verliert ein Tempo." 3.Sc3
Sf6
[3...c5 Siegbert Tarrasch, dem wir auch ein
Zitat auf unserer Homepage zu verdanken haben, ging bei der Verfechtung seiner Tarrasch-Verteidigung
soweit, sogar in Partiekommentaren 3. Sf6 mit einem Fragezeichen zu versehen. Weltmeister Petrosjan konnte
die Verteidigung mit 3.c5 jedenfalls nicht als unzulaenglich beweisen. Man darf aber auch nicht vergessen,
dass Emanuel Lasker auch einen Tarrasch spaeter aufgrund besserer taktischer Schlagkraft und Stellungsbeurteilung
schlug. 4.e3
(4.Sf3 cxd4 5.Sxd4
e5 nach Orla Herman Krause 6.Sdb5
d4 7.Sd5 Sa6
8.e4 Sf6 9.Da4
Ld7 10.Lg5 und
Weiss steht etwas besser.)
(4.cxd5 exd5 5.e4!? ein
Zug von Marshall (5.Sf3 Sc6
6.g3 Karl Schlechters Aufbau galt, nach
der Erprobung durch Rubinstein, lange Zeit fast als Widerlegung der Tarrasch-Verteidigung. Sf6
7.Lg2 Le7 8.
4...Sc6 5.Sf3
Sf6 nach Tarrasch fuer Weiss das Sicherste.]
4.Lg5
[4.Lf4 Le7
5.Sf3 c6 6.e3
Sbd7 Die Stellung entstand in Zugumstellung
einer Partie Tarrasch-Scheve, 1894. 7.h3 Se4? ist
jetzt, wo kein Laeufer auf g5 haengt, der entscheidene Fehler 8.Sxe4
dxe4 9.Sd2
Lb4 10.a3
Lxd2+ 11.Dxd2
[4.e3 Breyer hatte die Idee seine Laeufer
hinter den Bauernketten zu halten, da ein Abtausch der verteidigenden Partei zu Gute kommt. c6
5.Ld3 Ld6
(5...Le7 6.f4
6.f4
(11...Sbd7 12.e5
Sd5 13.Sxd5 nebst
Dc2 drohte.)
12.e5 hxg5
13.hxg5 Sd5 sollte
es jetzt nach dem Figurenopfer nicht mehr weitergehen? Breyers phantastischer 14. Zug wird erst unglaubliche
10 Zuege spaeter verstaendlich. 14.Kf1!! Sxc3
15.bxc3 Lb7
16.Df3 Kg7
17.Th7+! Kxh7
18.Dh5+ Kg7
19.Dh6+ Kg8
20.Lxg6 fxg6
21.Dxg6+ Kh8
22.Dh6+ Kg8
23.g6 wenn jetzt der Koenig noch auf
e1 stehen wuerde, gewinnt Schwarz mit Lh4+ nebst De7. Tf7
24.gxf7+ Kxf7
25.Dh5+ Kg7
26.f5 exf5
27.Lh6+ hier gibt Schwarz auf, da nach Kh7
28.Lf4+ Kg7
29.Dh6+ Kf7
30.e6+ Kg8
31.Dg6+ Kh8
32.Ke2 Dg8
(32...Lf8 33.Th1+
Lh6 34.Txh6#)
33.Th1+ der Turm (Dame) auf h7 mattsetzt.]
4...Le7
[4...Sbd7 die Cambridge-Springs-Verteidigung,
auch als Pillsbury-Angriff bekannt. 5.e3
(5.Tc1 geht dieser Variante vorzeitig
aus dem Weg.)
5...c6 6.Sf3
Da5 dies ist die Ausgangsstellung der
C.-S.-V., mit der Schwarz Gegenspiel am Damenfluegel plant. 7.Sd2 entfesselt
den Sc3 (nach Rotlevis)z.B.
(7.cxd5 mit der Idee in die Abtauschvariante
zu kommen, in der die Dame auf a5 etwas abseits steht. Sxd5
8.Dd2 S7b6
9.Tc1 (9.Ld3) 9...Sxc3
10.bxc3 Sd5
11.Lc4 Sxc3
12.
(7.Lxf6 nach Capablanca Sxf6
8.Ld3 Lb4
9.Dc2 c5 10.
7...Lb4 8.Dc2
5.e3
[6.cxd5 exd5
7.Ld3 c6 8.Dc2
Sbd7 die Abtauschvariante kann auch schon
frueher durch Zugumstellung entstehen, wenn Weiss bereits im 4. Zug c4xd5 spielt. Diese Variante wurde
von Euwe empfohlen. Die Plaene gehen hier meist in andere Richtungen als in den klassischen Varianten.
Plan A: der Minoritaetsangriff als positionelle Strategie 9.Sf3
Te8 10.
(10.
10...h6
(10...Sf8 11.Tab1
a5 12.a3 Se4
13.Lxe7 Dxe7
14.b4 Lf5 nach
Unzicker eine gute Verteidigung, in der die zentralisierten Figuren von Schwarz den Raumvorteil von Weiss
am Damenfluegel aufwiegen.)
11.Lf4 Sf8
12.h3 Ld6
13.Lxd6 Dxd6
14.Tab1 Ld7
15.b4 De7?
(15...Tac8 ist besser)
16.b5 und Weiss erreichte durch die
letzten 3 Zuege zunehmend Raumvorteil, da Schwarz nicht verhindern kann, dass seine Bauern am Damenfluegel
zersplittert werden.]
[6.Tc1 Der Anziehende behaelt sich sein
weiteres Vorgehen noch vor Sbd7
(6...h6 7.Lh4 (7.Lxf6 Abtausch
um keine Zeit zu verlieren Lxf6 8.Sf3
c6 9.Ld3 Sd7
10.cxd5 cxd5 (10...exd5
11.e4) 11.e4 schwarzes
Laeuferpaar gegen weissen Raumvorteil.) 7...Se4 nach
Lasker (7...b6 mit dem Plan c5
und Lb7) 8.Lxe7 Dxe7
9.cxd5 Sxc3
10.Txc3 exd5
11.Ld3 c6 (11...Sc6!? ~) 12.Se2 (12.Sf3 ~) 12...Sd7
13.
7.Sf3 c6
8.Ld3 dxc4
9.Lxc4 Sd5 das
Capablancasche Befreiungssystem. Nach Abtausch schafft Schwarz Entlastung und setzt den Vorstoss e5 durch. 10.Lxe7
Dxe7 11.
(13.Db1 mit dem plan b4 ist moeglich)
13...Sxe5 14.Sxe5
Dxe5 15.f4 z.B. De4
16.Lb3 Lf5
17.Dh5!? ~]
6...Sbd7 7.Dc2
h6 die Rubinstein-Variante ist wohl am
besten, da nach
[7...c6 8.
8.Lh4
[8.h4 ist jetzt auch interessant. z.B. c6 haelt
der Belagerung eher stand.
(8...hxg5? laesst die Zugbruecke todesmutig
herunter. 9.hxg5 mit der Drohung
auf h7 mattzusetzen dxc4 10.Lxc4 eine
Figur, die sich (wegen matt) nicht in Sicherheit bringen kann, muss nicht gleich geschlagen werden. Lb4
11.gxf6 Sxf6
12.Sg5 c5
13.
9.Lf4 b6
10.Tc1 Lb7
11.Le2 Tc8
12.Td1 a6
13.Se5 Sxe5
14.Lxe5 Sd7
15.Lg3 b5 ~z.B. 16.c5
b4 17.Sa4
Da5]
8...c5 9.