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Franzoesische Verteidigung C02, ohne 3.Sc3

1.e4 e6 2.d4
[2.De2 Die "Tschigorin-Variante" wird selten gespielt. c5
(2...d5?! 3.exd5!)
3.g3 Sc6 4.Sf3 Le7 5.Lg2 d5 6.d3 Sf6 ~]
2...d5 3.e5 die "Vorstossvariante der F." - Weiss moechte seine Bauernkette gerne noch mit dem f-Bauern verlaengern und seinen bereits vorhandenen Raumvorteil ausweiten. Schwarz wird versuchen mit dem Sprengungszug c5 und Druck auf d4 Gegenspiel zu bekommen. Diese beiden Plaene werden vorrangig das weitere Spiel bestimmen.
[3.exd5 die als remistraechtig geltende Abtauschvariante der F. z.B. exd5 ist richtig
(3...Dxd5 einiges schwaecher, da nach 4.Sc3 Lb4 5.Sf3 Sc6 (5...c5 ist auch denkbar 6.Ld2) 6.Ld2! Lxc3 7.bxc3! Weiss besser steht.)
4.Ld3 Sc6 5.Se2 Ld6 6.Sbc3 Sge7 und auf beiden Seiten sind nicht der kleinste Vorteil auszumachen.]
[3.Sd2 die "Tarrasch-Variante" der F., vom selbigen eingefuehrt und spaeter auch wieder gemieden, weil ihm der Antwortzug c5 nicht gefiel. Er gilt trotzdem mittlerweile als sicherster Aufbau, der die "Nimzowitsch-Variante"im Hauptspiel nach 3.Sc3 Lb4 auf jeden Fall vermeidet. c5 bietet Paroli im Zentrum.
(3...Sf6 will erst den e-Bauern vorlocken und spaeter das, nun schon festgelegte, Zentrum angreifen. 4.e5 Sfd7 5.Ld3 c5 6.c3 Sc6 7.Se2 die Roesser sollen auf f3 und g3 eine breite Gasse kontrollieren. cxd4 8.cxd4 Db6! ist wichtig - damit wird Weiss der Zug f4 genommen. 9.Sf3 f6 10.exf6 Sxf6 11.O-O Ld6 ~)
(3...Sc6 Ein Zug von Alapin. 4.Sgf3 (4.c3 ermoeglicht e5) 4...Sf6 5.e5 Sd7 z.B. 6.Sb3 f6 der Angriff auf die Spitze der Bauernkette ist jetzt die Konsequenz, da das Gegenspiel c5 in dieser Variante nicht geplant ist. 7.Lb5! fxe5 8.dxe5 Le7 9.O-O O-O 10.Te1 ~ besonders durch die rueckstaendige Entwicklung des Lc8 und besserer Kontrolle auf die Zentrumsfelder hat Weiss einen kleinen Stellungsvorteil.)
(3...dxe4 Schwarz wechselt einfach in die Rubinstein-Variante des Hauptspiels. Spielern, die die Rubinsteinvariante bevorzugen, kann man deshalb nie mit 2.Sd2 beindrucken. z.B. 4.Sxe4 Sd7 5.Sf3 Sgf6 6.Sxf6+ (6.Ld3) 6...Sxf6 7.Ld3 (7.Lg5) 7...c5 (7...b6 8.De2 Lb7 9.Lg5 Le7 10.O-O-O mit weissem Raumvorteil) 8.dxc5 Lxc5 9.Lg5 Le7 10.O-O O-O 11.De2 Dc7 12.Tad1 Td8 13.c4 wichtig - um den schwarzen Figuren das Feld d5 zu verwehren. Ld7 14.Ld2 Tac8 15.Lc3 auch mit etwas Raumvorteil fuer Weiss)
4.Sgf3
(4.exd5 exd5 (4...Dxd5) 5.Lb5+ z.B. Sc6 6.Sgf3 Ld6 7.dxc5 Lxc5 8.O-O Sge7 9.Sb3 Lb6 10.Te1 O-O ~)
4...Sc6
(4...Sf6 5.exd5 Sxd5 6.Sb3 cxd4 7.Sbxd4 mit kleinem weissem Zentrumsvorteil.)
5.Lb5 cxd4
(5...dxe4 6.Sxe4 ~)
6.Sxd4 Ld7 7.Sxc6 bxc6 8.Ld3 ~]
[3.Le3 das Alapin-Gambit der F. ist ebenfalls selten anzutreffen. dxe4 4.Sd2 f5
(4...Sf6 5.c3 b6 6.g3 Lb7 7.Lg2 ~)
5.f3 Sc6 6.Lb5 Sf6 ~]
3...c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Db6 6.Ld3 ist mit einem Bauernopfer verbunden, fuer das Weiss aber genug Spiel erhaelt.
[6.Le2 ist solider und birgt weniger die Gefahr - nach einem zu kraftlosem Mittelspiel - im Endspiel durch einen Mehrbauern geschlagen zu werden. cxd4 7.cxd4 Sh6 8.Sc3
(8.Lxh6? Dxb2!)
8...Sf5 9.Sa4 die einzige Moeglichkeit, den Bauern d4 zu halten. Da5+ 10.Ld2 Lb4 11.Lc3 ~]
[6.a3 ist ebenfalls solide. Weiss moechte mit anschliessendem b4 das unangenehme Gegenspiel am Damenfluegel sperren und einem schnellem Figurenabtausch (von dem die verteidigende Partei oft mehr hat) aus dem Wege gehen. c4
(6...a5 7.Le2 fuehrt in das Stellungsbild der vorherigen Variante. Da ....Lb4 aber wegen der Zugfolge a3 a5 nicht gespielt werden kann, ist dann die Stellung fuer Weiss vorteilhafter.)
7.Sbd2 Ld7 8.g3 Sh6 9.Lh3 ~ ein moeglicher Plan fuer Weiss ist, nach der Rochade und des Freimachens der f-Linie durch Se1 - g2 mit f4 zu weiterem Raumvorteil am Koenigsfluegel zu kommen. Schwarz hat Moeglichkeiten einen Springer, bzw. einen Laeufer auf b3 festzusetzen. (Sa5 - b3] und nach Sxb3 evtl. zu einer Fesselung mit Lh4 zu kommen, wenn die Dame noch auf d1 verweilt.]
6...cxd4 7.cxd4 Ld7!
[7...Sxd4? geht nicht, da nach 8.Sxd4 Dxd4 9.Lb5+ die schwarze Dame nicht mehr zu retten ist. z.B. Ld7 10.Lxd7+ Kxd7 11.Dxd4]
8.O-O Sxd4 9.Sxd4 Dxd4 10.Sc3 Dxe5 dieser weitere Bauerngewinn ist gefaehrlich.
[10...Lb4 z.B. 11.Sb5 Dxe5 12.Dg4 La5 um die Dame von der Kontrolle des Feldes c7 entbinden zu koennen. 13.Lf4 ~]
11.Te1 ~ nebst der Drohung Sxd5 z.B. Dd6 z.B.
[11...Dd4? 12.Txe6+! Kd8
(12...fxe6?? 13.Lg6+!!)
(12...Lxe6?? 13.Lb5+!! jeweils mit Damengewinn)
(12...Se7 13.Sb5 Db4 14.Sd6+ Kd8 15.Sxf7+ Kc7 16.Ld2! Lxe6 (16...Dxd2 17.Dxd2 Lxe6 18.Df4+ Kc8 19.Dd6 Sc6 20.Dxe6+ Kc7 21.Sxh8) (16...Da4 17.Tc1+ Sc6 18.Texc6+ Lxc6 19.Dxa4 Ld6 20.La5+ Kb8 21.Txc6 a6 22.Sxd6 Ta7 23.Lc7+ Ka8 24.Txa6 Txa6 25.Lxa6 nebst Matt) 17.Lxb4 Lxf7 18.Tc1+ Sc6 19.La5+ Kd7 20.Lf5+ Ke7 21.De2+ Kd6 22.De3 g6 23.Df4+ Ke7 24.Te1+ Le6 25.Lxe6 Se5 26.Dxe5 b6 27.Dc7+ nebst Matt in 2 nach Kf6 28.Ld2 oder (28.h4) 28...Le7 sonst ist Df7+ matt 29.De5# (Fritz 5 im Spiel gegen sich selbst))
13.Le3 Db4 14.Sxd5 Dxb2 15.Te4]
12.Df3 Lc6 13.Lf4 Dd7 14.Dg3 ist eine der moeglichen Zugfolgen. Fuer die beiden Bauern hat Weiss erheblichen Entwicklungsvorsprung und damit Chancen fuer gewinnbringende Kombinationen. Kann dieser Vorteil aber nicht genutzt werden, wird wahrscheinlich der Nachziehende am Ende seine Mehrbauern zum Sieg fuehren.