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Italienische Partie C50

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 dies ist die Ausgangsstellung eines der aeltesten Spielanfaenge ueberhaupt. Die I. ist auch als "Spiel des Polerio" bezeichnet worden und etwa seit Anfang des 17. Jahrhunderts bekannt. 4.d3 im ersten Abspiel beschaeftigen wir uns mit dem remistraechtigen "Giuoco piano", was aus dem italienischen uebersetzt soviel wie "sanftes Spiel" bedeutet. In diesem Abspiel koennen sehr lange und uninteressante Bindfadenvarianten entstehen, wenn die beiden Kontrahenten dies wollen..
[4.c3 der "Moeller-Angriff", mit der Absicht, das Zentrum mit d4 in Besitz zu nehmen. Sf6 Der weisse Plan wird mit einem Gegenangriff auf e4 in Frage gestellt.
(4...De7 5.d4 Lb6 6.O-O d6 Euwe empfohl diesen geschlossenen Aufbau , mit dem Schwarz mit allen Mitteln versucht sein Zentrum zu halten.z.B. 7.h3 Sf6 8.Te1 (8.Lg5 z.B. h6 9.Lxf6 alles andere verliert nur ein Tempo - ist man nicht gewillt, den Laeufer gegen Springer abzutauschen, sollte man eben auch auf 8.Lg5 verzichten. Dxf6 10.d5 Se7 11.Ld3 O-O 12.Sa3 a6 mit besseren Chancen fuer Weiss auf einen Angriff am Koenigsfluegel.) 8...h6 9.a4 a6 10.Sa3 g5!? 11.dxe5 dxe5 12.Sh2 g4 jetzt erst recht. 13.hxg4 Tg8 mit Angriff fuer den Bauern.)
5.d4 exd4 6.cxd4
(6.e5!? ist fuer Schwarz angenehm. d5! 7.Lb5 (7.exf6 z.B.. dxc4 8.fxg7 Tg8 9.cxd4 Sxd4 10.Le3 Lg4 11.Lxd4 Lxf3 12.Dxf3 Dxd4) 7...Se4 ~)
6...Lb4+ 7.Ld2 am besten
(7.Kf1 die "Krakauer Variante" kann vorteilhaft fuer Schwarz beantwortet werden. d5)
(7.Sc3 siehe Steinitz'Juwel)
7...Sxe4
(7...Lxd2+ 8.Sbxd2 d5! gilt als solider)
8.Lxb4 Sxb4 9.Lxf7+! Kxf7 10.Db3+ d5 11.Se5+ Ke6 12.Dxb4 c5! 13.Da3! ~]
[4.b4 es wird maritim. Das "Evans-Gambit", vom englischen Handelsflottenkapitaen W.D. Evans erfunden, galt lange Zeit als gefuerchtete Waffe. Die besonders ausgepraegte Verteidigungskunst von Emanuel Lasker zeigte spaeter, dass Schwarz das Gambit annehmen und - durch die Rueckgabe des Bauern - trotzdem in ein gutes Spiel kommen kann. Lxb4 das Gambit wird angenommen.
(4...Lb6 die Ablehnung des Gambits bringt Schwarz keinen Ausgleich, wenn Weiss nicht uebermuetig wird. 5.a4 a6 (5...Sxb4!? 6.a5 Lc5 7.c3 z.B. (7.Lxf7+?? der Kamikazelaeufer schiesst am Ziel vorbei. Kxf7 8.Sxe5+ Kf8 9.Dh5 De7 10.Sg6+ hxg6 11.Dxh8? Dxe4+ 12.Kf1 (12.Kd1 Dxc2+ 13.Ke2 b6 nebst Mattangriff) 12...Sxc2 nebst Matt auf e1) 7...Sc6 8.O-O Sf6 9.d4 und Weiss steht besser.) 6.Sc3 Sf6 7.Sd5 Sxe4 8.O-O d6 9.d3 Sf6 10.Lg5 mit besserem Spiel fuer Weiss.)
5.c3 La5 ist die moderne, konsequente Fortsetzung, die Lasker entscheidend verbesserte.
(5...Lc5 war im 19. Jahrhundert populaer aber unlogisch, da der Laeufer wieder weichen muss. 6.d4 exd4 7.O-O d6 8.cxd4 Lb6)
(5...Le7 sicherlich die solideste Fortsetzung, die von Euwe empfohlen wird. Schwarz gibt ohne Komplikationen seinen Bauern zurueck und bringt seine Entwicklung zu Ende. 6.d4 Sa5 7.Ld3 d6 8.dxe5 dxe5 9.Sxe5 Sf6 und etwa gleichen Chancen. z.B. 10.Da4+ c6!)
6.d4 d6!
(6...exd4 verfolgen wir mit einer schoenen Partie: 7.O-O dxc3?! Kaum spielbar gilt das "kompromittierte Evans-Gambit". (7...Sge7 8.cxd4 d5 koennte gerade noch gehen.) 8.Db3 De7 (8...Df6 9.e5!) 9.Sxc3 Sf6 10.Sd5! Sxd5 11.exd5 Se5 12.Sxe5 Dxe5 13.Lb2 Dg5 14.h4 Dxh4 15.Lxg7 Tg8 16.Tfe1+ Kd8 17.Dg3!! Schwarz gibt auf, da nach Dxg3 sofortiges Matt folgt. 18.Lf6# Robert James (Bobby)Fischer - Reuben Fine, USA 1964)
7.Db3 Dd7 z.B. 8.dxe5 Lb6! mit der Drohung Sa5 9.Sbd2 dxe5 10.La3 ~ z.B. ...Sa5 nebst c5]
[4.d4 das "Italienische Gambit" z.B. Lxd4
(4...exd4 fuehrt zu freierem Spiel des Anziehenden. 5.c3 dxc3 6.Sxc3)
5.Sxd4 Sxd4 6.f4 d5! fuehrt zu gutem Spiel fuer Schwarz.]
4...Sf6 5.Sc3 d6 6.h3
[6.Lg5 die "Canal-Variante" ist der aktivste weisse Plan im Giuoco piano.]
6...h6 usw.